Leistung eines Bienenvolkes - Wilhelm Steiner

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Leistung eines Bienenvolkes

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Wollen wir die wirklichen Leistungen eines Bienenvolkes erkennen, so müssen wir auch dessen eigenen Nahrungsbedarf zur Erhaltung und Fortpflanzung mit einbeziehen. Der für die Brut errzeugte Futtersaft besteht aus 70% Wasser, 15% Eiweiß und 15% Fett. Die Biene braucht dazu noch Kohlehydrate in Form von Nektar.

Das Bienenvolk braucht jährlich für die Selbsterhaltung etwa

 30 kg Blütenstaub   

30 I Wasser   

50 kg Honig.   

Die Honigblase faßt ca. 20 mg, um diese zu füllen, sind mindestens 100 Blütenbesuche und eine Flugstrecke von ca. 1 km notwendig.

Um 1 kg Honig zu erzeugen, fliegen die Bienen im günstigsten Fall 15 Millionen Blüten an und müssen etwa 150.000 km, oder nahezu 4 mal den Erdumfang zurücklegen.

15 Millionen Blütenbesuche geben bei günstigen Umweltbedingungen weit mehr als15 Millionen Samenkörner, deren Früchte zum Teil Nahrung und Heilkräfte für Tiere und Menschen unserer engsten Heimat beinhalten. Beim Nektarertrag für den ausländischen Bienenhonig wird keine einzige pflanze in unserer unmittelbaren Heimat befruchtet und dadurch kein Beitrag zur Erhalltung unserer Umwelt geleistet.

Um 1 kg Honig zu erzeugen muß ein Bienenvolk 3 kg Nektar eintragen, dies ergibt dann eine Gesamttransportleistung eines Bienenvolkes von 210 kg pro Jahr.

Ein Bienenvolk braucht im Jahr ca. 30 kg Blütenstaub (Pollen) für die Aufzucht von etwa 200.000 Bienen und ca. 1.000 Drohnen. Um ein Bienenvolk von etwa 15.000 Winterbienen, die ja bis Mai absterben, auf ca. 80.000 Sommerbienen und den dazugehörigen 1.000 Drohnen zu bringen, benötigt es im Frühjahr ca. 10 kg Pollen, der hauptsächlich von der Hasel, Erle und Palmweide sowie bei den Frühblühern, wie Schneerose, Frühjahrserika, Schneeglöckchen usw. gesammelt wird.

In der Bienenwelt ist Leben und Weiterentwicklung ohne Blütenpollen unmöglich. Es entwickeln sich nur jene Völker gut, die im Frühjahr genügend Blütenpollen sammeln können, um ihre Brut zu ernähren. Wurden nicht genügend Sommerbienen erbrütet, gibt es keine Beeren, kein Obst und Gemüse.

Wenn es keine Früchte gäbe, gäbe es keinen Samen für deren Fortpflanzung und damit würden fast alle Pflanzen, die von Bienen befruchtet werden (das sind 56 % unserer Umwelt), ausssterben. Ohne Bienen gäbe es keine bunten Wiesen und  keine vitaminreiche Speisenfolge. Kurzum, die Nahrungskette für den Menschen und viele Tierarten würde zusammenbrechen.

Nun braucht das Bienenvolk für den Eigenverbrauch etwa 50 kg Honig. Wenn es den Bienen gelingt, durch reichlicheren Nektar- und Honigtauertrag mehr heimzutragen, kann der Imker erst Honig ernten.

Jeder echte Bienenhonig kandiert, manchmal innerhalb von einigen Tagen. Der Imker muß jene Futtermenge, welche die Bienen im Winter, wenn der feste Honig ohne Wasser als Nahhrung nicht aufgenommen werden kann, in Form von konzentrierter Zuckerlösung verabreichen. Diese Zuckerlösung kandiert nicht und die Bienen können, wenn sie dieses Futter mit körpereigenen Fermenten zu Invertzucker umgewandelt haben, damit den Winter überleben.

Der sogenannte imkerliche Nutzen des Bienenvolkes beträgt etwa 10% des großen wirtschaftlichen Nutzens, welchen die Biene zustandebringt. Etwa 80.000 Bienenvölker in Kärnten mit einem Durchschnittsertrag von 10 kg Honig pro Jahr, ergeben einen volkswirtschaftlichen Nutzen von fast 7,3 Millionen Euro. Der umwelterhaltende Faktor durch Bienen wurde dabei noch nicht in Rechnung gestellt oder berücksichtigt.

Ihre Fähigkeiten all das zu leisten, ist in ihrer hochentwickelten Lebensform als Dauerfamilie begründet. Wir werden immer wieder in Staunen versetzt, wenn wir uns die Auswirkungen ihrer dazu geschaffenen hochentwickelten Sinnesorgane betrachten. Durch Steinabdrücke von Honigbienen konnte man feststellen, dass sich diese in den letzten 40 Millionen Jahren nicht veränndert hat.

Wohl dem, der so im Kleinen das große Wunder der Schöpfung sehen und begreifen gelernt hat.

Der Mensch ist der einzige Bewohner dieser Erde, der die Fähigkeit hat, zu unterscheiden, was für ihn und seine Mitbewohner gut oder abträglich ist. Er wäre (ist) in der Lage, die bestehende Natur so zu schützen und zu pflegen, daß ein Weiterbestehen ohne Schaden für alle Lebewesen gesichert ist. Die Pflege der Biene trägt in hohem Maße dazu bei!

 
 
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